Aufbau einer Reichsbahn-Einheitsschrankenanlage 2018 - 20

Projekvisualisierung

Am Zugang zum Eisenbahnmuseum wurde 2018 begonnen eine mechanische Reichsbahn-Einheitsschranke aufzubauen, wie sie typisch war in der Zeit ab Ende der 1920er Jahre. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft betrieb seit den 1920er Jahren in vielen Bereichen eine Vereinheitlichung, so auch im Bereich der Bahnübergangsanlagen. Auch hier gab es durch zahlreiche Hersteller ebenso viele Systeme und Bauarten, was eine sinnvolle und kostensparende Ersatzteilbeschaffung verhinderte. Ab 1929 wurde daher die neue Reichsbahn-Einheitsschranke entwickelt und eingeführt. Nach 1945 entwickelten die Deutsche Reichsbahn und die Deutsche Bundesbahn diese Bauart nur sehr geringfügig weiter. Bis weit nach der Jahrtausendwende wurden Schranken dieser Bauart bei Bahnübergängen angewendet. So auch an der Eisenbahnstrecke zwischen Leipzig und Großkorbetha, in den Bahnhöfen Markranstädt (bis 2011) und in Kötzschau (sogar bis 2015!). 

 

Im Freigelände des Eisenbahnmuseums Kötzschau sollte eine solche Schrankenanlage voll funktionsfähig und mit allen dazugehörigen Ausstattungsteilen präsentiert werden. Die Anlage sollte dazu im Zustand um 1932 dem besucher gezeigt werden, also in Ausführung und Anstrich. Die Anlage konnte aus geammelten Teilen von kompletten Bahnübergangsanlagen aus Markranstädt und Kötzschau rekonstuiert werden. Der Schrankenbaum erhielt einen Gitterbehang und ein zeitgenössisches Andreaskreuz wurde ebenso aufgestellt. Bei dem Projekt wurden alle Altteile grundlegend neu aufgearbeitet, aber auch fehlende Elemente vollkommen neu genau nach historischen Zeichnungen angefertigt. Bei den Altteile mussten Korrossionsschäden behoben und Schweißarbeiten ausgeführt werden, aber auch umfangreiche Lackierarbeiten genau entsprechend der damaligen Farbschematas. Die Arbeiten begannen im Sommer 2018. Gleichzeitig mit der Aufarbeitung der Altteile war die Baugrube zur Aufnahme des Schrankengestells auszuheben. Im August 2018 konnte das Schrankengestell in die Grube eingebaut werden. Im November des gleichen Jahres wurde der aufgearbeitete Schrankenbaum eingehoben, die Gegengewichte, die Abspannung angebaut und der Aufschlagpfosten aufgestellt. Gefolgt von einem zeitgenössischem Andreaskreuz. Im Sommer 2019 montierten wir einen originalen Gitterbehang aus Verden an den Schrankenbaum. Dafür musste das fehlende Führungseisen nachgebaut werden, welches den Gitterbehang beim Bewegen des Schrankenbaums am Schrankengestell entlang führt. Im November 2018 bereits, wurde eine Schrankenwinde (ehemals Bf Markranstädt) zum exakten Umbau nach Zeichnung auf Erdfuß nach Thüringen gebracht. Im August 2020 wurde die Schrankenwinde nach ihren Um- (Rück)bau auf Erdfuß wieder in Kötzschau angeliefert und nach Auftrag der Farb- und Isolieranstriche im Erdloch eingebaut. Danach folgte die Komplettierung mit sämtlichen Anbauteilen. Zuletzt die Ablenkung, welche die Drahtseile von der senkrechten in die waagerechte Richtung umlenkt und die Bleche für den Schutzkasten. Zuletzt wurden die Drahtseile eingezogen und am 24. September 2020 bewegte sich erstmals die Schranke, angetrieben von der Schrankenwinde. Nach kleineren Nacharbeiten ist das Projekt Reichsbahn-Einheitsschranke fertiggestellt. Die Galerie unten zeigt den Fortgang der Arbeiten zwischen 2018 und 2020 im Bild. 

 

Folgende Punkte des Projektes wurden erreicht:

 

Grundlegende Aufarbeitung aller vorhandenen Bauteile, Entfernung Korrossion, Neuaufbau der Lackierungen. Farbgebung entsprechend um 1935.

 

Aushub der Baugrube für das Schrankengestell. Einbau des aufgearbeiteten Schrankengestells am zukünftigen Standort.

 

Aufwendiger Nachbau fehlender kleinerer Bauteile, exakt nach Zeichnung. Neulackierung Schrankenbaum. Einbau Schrankenbaum, Montage aller Kleinteile, Gegengewichte, Abspannung, Einbau Aufschlagpfosten.

 

Schrankenwinde entsprechend Zeichnung mit Erdfuß versehen. Drahtseil, Kupplungen und Umlenkrollen samt Halter und Abdeckungen besorgt.

 

Schrankenwinde entsprechend Farbschema aufgearbeitet und in Erdloch eingebaut. Ablenkung für das Seil an Winde montiert, ebenso Schutzkasten aus Blech.

 

Originaler Gitterbehang besorgt und an der Schranke montiert. Führungseisen für Gitterbehang nachgebaut und montiert. Weitere Ablenkungen zur zukünftigen Seilführung im Gelände eingebaut.

In disem Film wird die Funktion der Reichsbahn-Einheitsschranke näher vorgestellt.

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Das Museum hat wieder geöffnet:

Museum bleibt

im November 2020

geschlossen!

Aufgrund der Corona Beschränkungen

Weitere Öffnungstermine finden Sie hier.

Anreise

Museum zur Geschichte

der Eisenbahnstrecke

Leipzig - Großkorbetha
Am Bahnhof 27
06237 Leuna / OT Kötzschau

 

Stündlich erreichbar in den Zügen der ABELLIO Rail Mitteldeutschland GmbH

Die Linie RB 20

Ab Leipzig Hbf in 22 Min.

Ab Erfurt in 75 Min.

Ab Eisenach in 120 Min.

 

Anfahrt mit dem PKW

Partner im

Bahn- Bus- Landesnetz

Sachsen-Anhalt

und Träger des Siegels

  Update: 

 22.11.2020 

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