Fahrzeuge

Hier stellen wir Ihnen die Fahrzeuge unseres Museums näher vor. Ob Lokomotive, Wagen, oder Draisine erfahren Sie die historischen Hintergründe unserer Fahrzeuge.

Diesellokomotive V22 B - die Werklok Nr. 3 des ehm. Waschmittelwerk Genthin

Lok 3 kurz nach ihrer Anlieferung 2019.

Die Lokomotive des ehem. VEB Waschmittelwerkes in Genthin, vom Typ V22 B, wurde im Jahr 1974 bei LKM in Babelsberg unter der Fabriknummer 262493 gebaut. Im Januar 1974 wurde sie an das Werk in Genthin geliefert und erhielt ihre Abnahme am 31. Januar 1974. Im Jahr 1990 erhielt die Henkel KG das Waschmittelwerk zurück, die es 1921/22 einst erbaute. Die Maschine lief unverändert seit ihrer Inbetriebnahme unter der Nummer 3. Im Jahr 2003 erhielt die Maschine eine Untersuchung des Fahrwerks und dabei zwei überholte Radsätze einer V15. Eine umfassende Hauptuntersuchung wurde 2006 im Fahrzeugwerk Brandenburg durchgeführt. Dabei erhielt sie zusätzlich eine Steuerung für Funkfernbedienung eingebaut. Weiterhin einen neuen Motor der Firma Caterpillar Inc. Peoria, Illinois USA. Die Leistung liegt bei 220 PS. Im Jahr 2008 zog sich die Henkel KGaA vom Genthiner Werk zurück, das daraufhin als Chemiepark Heimat von verschiedenen Unternehmen wurde. Bis zum Sommer 2015 wurde die Lok 3 auf der umfangreichen Anschlussbahn eingesetzt, danach konserviert und unter Dach im Werk Genthin abgestellt. Im Herbst 2018 wurde das Angebot zum Kauf der Lok an das Eisenbahnmuseum Kötzschau herangetragen. Nach einer ersten Besichtigung in Genthin wurde der Kauf beschlossen. Am 29. April 2019 folgte die aufwendige Überführung, per Schwerlasttransporter über die Straße und mittels Kran, ins Eisenbahnmuseum Kötzschau. Die Lok ist fahrfähig. 

 

Hersteller: Lokomotivbau "Karl Marx" Babelsberg (LKM)

Baujahr: 1974

Fabriknummer: 262493

Typ: V22 B

Bauart: B-dh

Spurweite: 1435 mm

Leistung: urspr. 220 PS

Kraftstoffvorrat: 400 l

Sandvorrat: 200 kg

Kl. befahrbarer Radius: 40 m

Länge über Puffer: 6,94 m

Achsstand: 2,50 m

Raddurchmesser: 1,0 m

Höhe über SO: 3,59 m

Gewicht: 24 t

V-max: 35 km/h

 

In diesem Film zeigen wir die letzten Fahrten der Lok in Genthin, sowie den aufwendigen Schwertransport ins Eisenbahnmuseum Kötzschau.

Und in diesem kurzen Filmbeitrag zeigen wir eine Rangierfahrt der Lokomotive im Eisenbahnmuseum Kötzschau.

Handhebel-Draisine "August"

Handhebel-Draisine "August" im Freigelände des Museums.

Die Handhebel-Draisine "August" entstand im Jahr 2016 durch die Draisinenbau Wetterau in Bad Nauheim für das Eisenbahnmuseum Kötzschau. Das Fahrzeug ist eine getreue Replik einer historischen Handhebel-Draisine, eines Fahrzeuges wie es jahrzehntelang gerade von Bahnmeistereien zur Streckenunterhaltung genutzt wurde. 

 

Der Rahmen besteht vollständig vorbildentsprechend aus Buchenholz und ist fest verschraubt. Der Antrieb der Draisine erfolgt mittels Wippe, an der bis zu 4 Personen hebeln können. Von hier werden die Kräfte mit einem an an ein großes Zahnrad angebrachten Exzenter in eine drehende Bewegung umgesetzt. Das große Zahnrad greift in ein kleines Zahnrad. Dieses sitzt auf der Antriebsachse. Die Draisine besitzt eine originalgetreue Holzklotzbremse, die über ein Gestänge mittels Fußpedal betätigt wird. Signal- und Warntöne können mit einer handbetätigten Glocke gegeben werden. Die Draisine besitzt an den beiden Langseiten angebaute Sitzänke. Dadurch können weitere 6 Personen befördert werden. Das Fahrzeug fährt vorrangig auf der eigenen Gleisanlage des Eisenbahnmuseums, kommt aber auch immer wieder auf auswärtigen Gleisanlagen in Nah und Fern zum Einsatz.

 

Die Draisine wurde nach dem Königlich Preußischen Baurat, Oberingenieur und Betriebsdirektor der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft Ferdinand August Mons (1809 - 1872) benannt. August Mons zeichnete als Bauleiter bis in Details an Gebäuden, Brücken, Trassierung in den Jahren 1855/56 für den Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Leipzig und Großkorbetha verantwortlich. Eine bedeutende Stellung in der Geschichte des Systems Eisenbahn nimmt er als intelektueller Urheber der Einführung durchlaufender elektrischer Liniensignale ein. Der Name ist an der Draisine in Form der Unterschrift von August Mons angebracht.  

 

Hersteller: Draisinenbau Wetterau, Bad Nauheim

Baujahr: 2016

Spurweite: 1435 mm

Länge: 2200 mm

Bremse: Mechanisch, 2 Holzbremsklötze

Gewicht: 300 Kg

V-max: 20 Km/h

Die Handhebel-Draisine "August" können Sie in u.a. in diesen Filmen auf unserem YouTube-Kanal sehen:

Fahrrad-Draisine "Lövgroda"

Fahrrad-Draisine "Lövgroda".

Das Baujahr der Fahrrad-Draisine "Lövgroda" ist leider nicht bekannt. Hergestellt wurde sie von der Firma Komplettfabriken Sörvik, Leif Igelström in Ludvika / Schweden. Im Jahr 2018 kam die Draisine zum Eisenbahnmuseum Kötzschau. Der gesamte Rahmen besteht aus Stahl, bei einem dreieckigen Grundriss. Die drei Räder sind aus Stahlringen zusammengeschraubt. Wobei nur die beiden Räder unter dem Fahrer durch doppelseitige Spurkränze spurführend sind. Das einzelne Rad liegt nur auf der Schiene auf. Der Antrieb erfolgt wie bei einem Fahrrad, mittels Pedale, Kette und Zahnrad. Wobei selbst bei insgesamt drei mitfahrenden Personen, das Fahrzeug dennoch leicht und mit hohem Tempo zu bewegen ist. Gebremst wird über eine Fußpedalbremse, die auf ein Rad wirkt. Der Klappsitz für die beiden Beifahrer, kann vollständig umgeklappt werden. Damit kann eine Person mittels Griffen die gesamte Draisine mittig anheben und somit die Fahrtrichtung geändert werden. Bis zu 3 Personen können auf dem Fahrzeug fahren. Signal- und Warntöne werden mit einer handbetätigten Hupe gegeben. Wie es beim Eisenbahnmuseum Kötzschau üblich ist, hat auch diese Draisine einen Namen bekommen. Er lautet "Lövgroda" was auf Schwedisch so viel wie "Laubfrosch" bedeutet. Ausschlaggebend dazu war die Herkunft, Größe, Form und Farbe der Draisine.

 

Hersteller: Komplettfabriken Leif Igelström, in Ludvika / Schweden

Baujahr: Unbekannt.

Baunummer: 782

Spurweite: 1435 mm

Länge: 1500 mm

Bremse: Mechanisch, Bremsklotz auf ein Rad

Gewicht: Ca. 60 - 70 kg

V-max: 20 Km/h 

Flachwagen 3

Der Wagen im Jahr 2016 während Gleisbauarbeiten.
Hier ist der Wagen bei Laden von Schotter zu sehen.

Der zweiachsige Flachwagen wurde im Jahr 1981 vom VEB Waggonbau Niesky gebaut. Er besitzt einen massiven Rahmen aus Stahlprofilen, bei einfachster Konstruktion. Sein erster Einsatzort war die Anschlussbahn der Leuna-Werke. Hier nutzte man ihn hauptsächlich in der Lokomotivwerkstatt, zum Ablegen und freizügigem Verschieben von beispielsweise Motoren. Der Wagen ist derzeit ungebremst, muss daher immer mittels Hemmschuhe festgelegt werden. Der Bau einer Feststellbremse, die im Stillstand angelegt werden kann, ist momentan angedacht.

 

Mit der Umstrukturierung der Anschlussbahn am Standort Leuna wurde er überflüssig und man stellte ihn ab. Im Jahr 2011 schenkte die InfraLeuna GmbH den Wagen dem Museum. Hier wurde er zunächst hauptsächlich beim Gleisbau genutzt, um Schienen und Schwellen zum Einbauort zu befördern. Der fehlende Boden auf dem Wagen war für diese Transportaufgaben nicht notwendig. Im Jahr 2020 erhielt der Wagen einen neuen Boden mit klappbaren Seitenbordwänden montiert. Seither ist der Wagen auch zum Transport von Schüttgütern geeignet. Über eine eigene Kupplung verfügt der Wagen nicht, lediglich über einen anbringbaren Schäkel. Mittels Schleppstange ist der Wagen dennoch mit der Lokomotive kuppelbar.

 

Hersteller: VEB Waggonbau Niesky

Baujahr: 1981

Spurweite: 1435 mm

Länge: 3000 mm

Bremse: Ungebremst

Gewicht: 1000 Kg

Schienenfahrrad SF 1                              Dauerleihgabe Leipziger Dampf KulTour

Das Schienenfahrrad SF 1 am Tag seiner Anlieferung 2019.

Das Schienenfahrrad SF 1 ist eine Dauerleihgabe der Leipziger Dampf KulTour und kam im Jahr 2019 ins Eisenbahnmuseum Kötzschau. Es wurde im Jahr 2017 gebaut. Hergestellt  aus einem handelüblichen (aber bereits historischen) Fahrradrahmen. Hinzu kamen Räder aus Aluminiumguss, die ursprünglich von einem Rottenfahrzeug (fahrbares Leitergerüst vom Oberleitungsbau) stammen. Der Rahmen wurde mit Stahlrohr verlängert und an die Anforderungen als Schienenfahrzeug angepasst. Der Grundriss entspricht einem Dreieck. Neben dem Fahrer ist eine hölzerne Ladefläche angeordnet, auf der Werkzeug u. dgl. transportiert werden kann. Der Antrieb erfolgt wie bei einem Fahrrad, mittels Pedale, Kette und Zahnrad. Wobei das Fahrzeug dennoch leicht und mit hohem Tempo zu bewegen ist. Gebremst wird ebenso über die Pedale, die Rückwärtsfahrt erfolgt durch entgegengesetztes Treten der Pedale. Nur eine Person kann auf dem Fahrzeug fahren, da es als Dienstfahrzeug entstand und genutzt wurde. Signal- und Warntöne werden mit einer normalen Fahrradklingel gegeben.

 

Hersteller: A. Schröter

Baujahr: 2017

Fahrzeugnummer: SF 1

Spurweite: 1435 mm

Länge: ca. 1500 mm

Bremse: Mechanisch, durch Pedale

Gewicht: Ca. 95 kg

V-max: 20 Km/h 

Straßenfahrzeuge

Mobilkran zum Baggerbetrieb Typ Weimar T 174-1

Der Bagger T174-1 kam im Jahr 2020 aus der Sächs. Schweiz ins Eisenbahnmuseum Kötzschau. Er wurde im Jahr 1971 im VEB Weimar-Werk gebaut. Trotz seines hohen Alters ist er vollfunktionsfähig und im stets betriebsbereiten Zustand. Er ist nicht nur ein sehr nützliches viel eingesetztes Hilfsmittel, sondern auch ein beliebtes Oldtimer-Fahrzeug. Zum Bagger gehören zahlreiche Anbauteile, vom Kranhaken bis zu den verschiedensten Größen an Mehrschalengreifern. Er verfügt über Allradantrieb.

 

Hersteller: VEB Weimar-Werk

Baujahr: 1971

Länge: 6800 mm

Breite: 2500 mm

Höhe: 3000 mm

Masse: 8,5 t

Antrieb: Dieselmotor, Luftgek. 

Leistung: Antrieb: 34 PS

Motorenhersteller: VEB Dieselmotorenwerk Schönebeck

Oberwagendrehzahl: 4,8 U/min

Schwenkbereich: 360°, fortlaufend

Getriebe: mechan. Vierganggetriebe mit Rückwärtsgang

Fahrgeschwindigkeit max.: 17 km/h

Fahrgeschwindigkeit min.: 2,8 im 1. Gang und 3,4 km/h Rück.

 

Das Museum hat wieder geöffnet:

Sonntag

11. Oktober 2020

14:00 - 18:00 Uhr

Weitere Öffnungstermine finden Sie hier.

Anreise

Museum zur Geschichte

der Eisenbahnstrecke

Leipzig - Großkorbetha
Am Bahnhof 27
06237 Leuna / OT Kötzschau

 

Stündlich erreichbar in den Zügen der ABELLIO Rail Mitteldeutschland GmbH

Die Linie RB 20

Ab Leipzig Hbf in 22 Min.

Ab Erfurt in 75 Min.

Ab Eisenach in 120 Min.

 

Anfahrt mit dem PKW

Partner im

Bahn- Bus- Landesnetz

Sachsen-Anhalt

und Träger des Siegels

  Update: 

 18.09.2020 

Seiten:

Home

Aktuelles

Unsere Projekte

 

Social Media

Das Eisenbahnmuseum bei Facebook
Das Eisenbahnmuseum bei YouTube
Mit Ihren Online-Einkäufen unseren Verein unterstützen!
Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© 2020 Eisenbahnfreunde Kötzschau e.V.