Bauarbeiten & Sanierung des Empfangsgebäudes Bahnhof Kötzschau

Vorzustand

Wie zu erwarten, ist der Zustand des Gebäudes, nach über einem Jahrzehnt Leerstand nicht der beste gewesen. Hinzu kamen erhebliche Schäden verursacht durch Vandalismus, die wiederum durch Wind und Wetter weitere Schäden nach sich zogen. Hauptursache des Schadensbildes war jahrelang eingedrungenes Regenwasser, durch das immer undichter werdende Dach. Im Westflügel war der Schaden so weit vorgedrungen, dass hier bereits die Decke zum Dachboden ins Erdgeschoss gestürzt war. Deckenbalken waren zu großen Teilen nicht mehr vorhanden. Auch im Dachbodenbereich des Ostflügels sah es nur scheinbar besser aus. Die Dachhaut war insgesamt vollkommen verschlissen. Regenwasser konnte durch mehrere Etagen bis in das Erdgeschoss vordringen. Sollte das Haus nicht zur totalen Ruine werden, musste schnell gehandelt werden. In der folgenden Galerie sehen Sie einige Bilder des Zustandes, wie er bis zum Ende des Jahres 2010 (dem Beginn der Bauarbeiten) vorherrschte.   

Erste Sicherung gegen eindringendes Regenwasser

Durch das total poröse Dach konnte weiterhin ungehindert Regenwasser in das Gebäude dringen. Die letzten Wochen und Monate vor Beginn der Arbeiten zum Bauabschnitt I verschlechterte sich die Situation mit jedem Regenschauer. Das Wasser lief unter der Dachkonstruktion in den Trempelbereich und durchfeuchtete zusätzlich noch die Wandbereiche, was im Außen- wie Innenbereich durch immer größere Flecken sichtbar wurde. Im Treppenhaus schließlich lief das Wasser die Stufen herab bis in das Erdgeschoss. Dort tropfte es bereits von der Decke, da sich bei Regen im Obergeschoss Wasser auf dem Fußboden sammelte. Unser Verein versuchte nun die Zeit bis zum Baubeginn mit Provisorien zu überbrücken. Planen wurden unter dem Dach im Dachbodenbereich gespannt. Hier wurde versucht das meiste Regenwasser in aufgestellte Eimer und Fässer zu leiten. Planen konnten nicht außen auf dem Dach gespannt werden, da ganze Bereiche nicht mehr betretbar waren. Die Maßnahmen konzentrierten sich hauptsächlich auf den Ostflügel, da im Westflügel durch schon durchgebrochene Decken nicht mehr viel zu retten war. Doch zumindest hier sollte verhindert werden dass Decken- und Wandbereiche nicht noch weiter durchfeuchtet werden. Für die Mitglieder bedeutete das natürlich monatelang bei jedem Regen regelmäßig die Eimer zu leeren. 

Bauabschnitt I

Anfang Januar 2011 konnte endlich der erste Bauabschnitt beginnen, nachdem unser Verein die Monate zuvor das Gebäude weitestgehend vor weiter eindringender Nässe gesichert hatte. Der Bauabschnitt I beinhaltete den weitestgehenden Abbruch und Neubau der Dachkonstruktion, den Abbruch und Neubau der Zwischendecken, Neueindeckung der Dachflächen nun mit Dachziegeln, den ersatzlosen Abbruch des hölzernen Vordaches am Bahnsteig durch die DB AG. Zudem konnten Hilfsarbeiten durch eine parallel laufende Arbeitsbeschaffungsmaßnahme durchgeführt werden. Außerdem wurden im Obergeschoss komplett, wie im Erdgeschoss teilweise, alte Putzflächen von den Wänden entfernt. Am 07.März 2011 konnte bei schon teilweise fertiggestelltem Dach, feierlich das Richtfest begangen werden. Die Bauarbeiten des Bauabschnittes I liefen bis Ende März 2011. In nachfolgender Galerie finden Sie einen kurzen Querschnitt dieser Bauphase.  

Richtfest am 07.März 2011

Obwohl Anfang März 2011 das neue Dach so gut wie fertiggestellt und bereits eingedeckt war, sollte unbedingt ein Richtfest gefeiert werden. Dieses fand am 07.März 2011 statt. Geladen waren Vertreter aus Politik, von Handwerksfirmen, aus Vereinen. An der nordwestlichen Ecke des Daches am Westflügel wurde der letzte Nagel im Gebälk versenkt. Zuvor sprachen die Bürgermeisterin der Stadt Leuna sowie der Vorsitzende des Eisenbahnfreunde Kötzschau e.V. kurze Worte zur Bedeutung des Ereignisses. Nach dem Richtspruch des Zimmerermeisters schlugen die Bürgermeisterin und der Vereinsvorsitzende je zur Hälfte den langen Nagel ins Gebälk. Danach gab es den traditionelllen Richtschmaus in der historischen Empfangshalle. Nachfolgend eine kleine Galerie mit Impressionen dieses Tages.

Bauabschnitt II

Nachdem im Jahr 2011 das komplette Dach erneuert bzw. teilweise neugebaut werden konnte, begannen die Bauarbeiten zum Bauabschnitt II. Dieser beinhaltete Fassade, Fenster, Türen und den Innenaus- und umbau des Erdgeschosses, sowie Heizungs- und Elektrobau. Am 01.August 2012 war Baubeginn mit den Arbeiten zum Vorbereiten der Fassade. Dabei wurden auch nach 11 Jahren (!) im Erdgeschoss die durch den ehem. Besitzer eingebrachten Vermauerungen in sämtlichen Fensteröffnungen entfernt. An der Gleisseite wurde das bis 1933 vorhandene Portal an der Empfangshalle wiederhergestellt. Ebenso ein Fenster durch Entfernung des Einganges zum ehem. Dienstraum. Mitte September 2012 wurden die ersten der neuen Fenster eingebaut und Ende des Monats waren die Dämmarbeiten an der Fassade abgeschlossen. Während an der Fassade der Putz aufgebracht wurde, konzentrierten sich parallel die Arbeiten auf den Innenbereich. Im Erdgeschoss wurden sämtliche Fußböden und von Grund auf neu aufgebaut. Außerdem wurden Stahlträger für die Deckenbereiche verbaut, Wände entfernt. Gleichzeitig  befanden sich die historischen Flügeltüren und der große hölzerne Windfang aus der Empfangshalle zur Restaurierung in einer Fachwerkstatt. Die Fassade war Ende Oktober 2012 fertiggestellt und nach Abbau des Gerüstes präsentierte sich am 12.November 2012 das Gebäude erstmals im neuen / alten Aussehen. Kurz zuvor wurden die Fassadenanschriften durch unseren Verein selber angebracht.  Nach Innenaus- Fliesenlegearbeiten, Heizungs- und Elektrobau, fanden die abschließenden Malerarbeiten statt. Mitte April 2013 war der Bauabschnitt II fertiggestellt.

Einzug und Einrichten des Museums

Anfang August 2013 begann der Umzug unseres Museums vom bisherigen zum neuen Standort. Paralell wurde unmittelbar begonnen das Museum in den neuen großzügigen Räumen einzurichten, Gegenstände an- und aufzubauen. Auch unser Betreibsfeld / Lehrstellwerk "Leipzig-Leutzsch" wird erstmals seit seinem Abbau 1999 (!) wieder in alter Größe auferstehen.  

Bauabschnitt III

Anfang Oktober 2013 begann Bauabschnitt III bei der Sanierung des Empfangsgebäudes. In dieser Bauphase wurde das Gebäude an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen und Wege um das Gebäude angelegt, nachdem das Kellergeschoss und sämtliche Fundamente aufwendig trockengelegt wurden. Weiterhin wurde das Obergeschoss im Haus mit den Elektroanlagen und dem weiteren Innenausbau fertiggestellt. Auch hier hat in weiten Bereichen unser Verein in Eigenleistung viele Arbeiten selber durchgeführt. Ende April waren die Arbeiten (bis auf Kleinigkeiten) fertiggestellt, so dass am 26.April 2014 die feierliche (Wieder-) Eröffnung des Empfangsgebäudes im großen Rahmen gefeiert werden konnte.

Das Museum hat wieder geöffnet:

Sonntag

07. Mai 2017

14:00 - 18:00 Uhr

Weitere Öffnungstermine finden Sie hier.

Anreise

Museum zur Geschichte

der Eisenbahnstrecke

Leipzig - Großkorbetha
Am Bahnhof 27
06237 Leuna / OT Kötzschau

Telefon: +49 160 6134529

(Mo-Fr in der Zeit von 18:00 bis 19:30 Uhr)

 

Stündlich erreichbar in den Express-Zügen der ABELLIO Rail Mitteldeutschland GmbH

Die Linien SE15 & RE17

Ab Leipzig Hbf in 22 Min.

Ab Erfurt in 66 Min.

Ab Saalfeld in 94 Min.

 

Anfahrt mit dem PKW

Update: 18.04.2017

Seite: Aktuelles

10 Jahre Eisenbahnmuseum

 

2017: Jubiläumsjahr
Besuchen Sie uns bei Google+
Unser YouTube-Kanal
Mit Ihren Online-Einkäufen unseren Verein unterstützen!
Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© 2017 Eisenbahnfreunde Kötzschau e.V.