Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Kötzschau Dienstgebäude - Ruine - Eisenbahnmuseum

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Kötzschau auf einer Ansicht um 1900. Das Gebäude zeigt sich hier noch im Zustand wie es 1856 errichtet wurde. Sammlung: D. Falk

Das Empfangsgebäude des Bahnhofes Kötzschau entstand mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Leipzig – Corbetha 1855/56. Der repräsentative Bau wurde in den Büros der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft in Erfurt entworfen. Es wurde ein Gebäude bestehend aus einem zweigeschossigen Mittelrisalit und zwei identischen einstöckigen Flügelbauten in Rücklage errichtet. Im schlichten Entwurf des spätklassizistischen Rundbogenstils entstand hier ein bemerkenswert eleganter Bau.

 

Funktionell war das Gebäude recht einfach eingeteilt. Im Erdgeschoss befanden sich im rechten Flügelbau die Diensträume sowie im linken Flügel die Wartesäle für die Fahrgäste der I., II. und III.Wagenklasse. Ab 1894 kam noch die IV. Wagenklasse hinzu. Für den damals sog. Bahnhofsinspektor war eine Dienstwohnung vorhanden, die sich über die hinteren Erdgeschossräume und das Obergeschoss des Mittelbaus erstreckte. In den Jahren bis ca. 1900 war auch eine Agentur der Kaiserlichen Post mit im Haus vorhanden, da noch kein separates Postgebäude für Kötzschau existierte.

 

Bereits um 1900 war das Empfangsgebäude für den gestiegenen Betrieb zu klein geworden. 1905 wurde daher auf dem rechten Flügelbau eine Aufstockung errichtet und somit die Dienstwohnung erweitert, so dass diese auf das Obergeschoss beschränkt blieb. Die Dienst- und Warteräume im Erdgeschoss konnten nun erweitert werden. Damals wurde auch ein hölzernes Vordach am Bahnsteig errichtet, welches bis 2011 vorhanden war. Eigentlich war eine identische Aufstockung des linken Gebäudeflügels später auch noch geplant aber nicht umgesetzt worden. Bei Ausführung wäre wieder eine symmetrische Grundform des Gebäudes hergestellt gewesen. 

 

Im Jahr 1933 wurde an die seit kurz nach 1900 bewirtschafteten Wartesäle im linken Gebäudeflügel ein kleiner Erweiterungsbau angefügt. Er beinhaltete eine kleine Wohnung für den Pächter der Wirtschaft. Auch der Zugangsbereich vom / zum Bahnsteig wurde damals verändert. Bei diesen Umbauten erhielt das Haus einen neuen Außenputz. Leider wurde dabei sämtlicher Fassadenschmuck, wie Simse u. dgl., entfernt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude nicht beschädigt.

 

Die Zeit der DDR überdauerte das Empfangsgebäude weitgehend unverändert. Außer nötige Unterhaltungsarbeiten fanden keine baulichen Veränderungen statt. 1990 schloss die Bahnhofsgastwirtschaft. Zum Ende der Deutschen Reichsbahn 1993 sollten die Fahrkartenausgabe, der Wartesaal und die Gepäckannahme folgen. Bis zum Jahr 1996 war die Dienstwohnung im Obergeschoss noch bewohnt. In den folgenden Jahren, das Haus war nunmehr komplett leer stehend, wurde es zunehmend von Randalierern und Vandalen entdeckt. Zunächst wurde darauf mit Zunageln der Fenster- und Türöffnungen, später sogar mit dem Vermauern reagiert. Ende 2002 wurde das Gebäude an ein bundesweit operierendes Unternehmen mit Spezialisierung auf Bahnimmobilien verkauft. 2006 wurde es wiederum weiterverkauft. In dieser Zeit änderte sich der Zustand des Hauses nur zum Negativen, es verfiel immer mehr. Das Gebäude war zu einer Ruine verkommen, Wände völlig durchnässt, Dachbereiche abgängig, der totale Zusammenbruch von Gebäudeabschnitten nur eine Frage der Zeit. Zum Beginn der Sanierungsarbeiten zeigte sich der schlimme Zustand. Das Dach des Hauses war fast überall undicht, die Dachkonstruktion stark geschädigt, Zwischendecken teilweise durchgebrochen, die Fenster des Obergeschosses weitestgehend ohne Scheiben. Wind und Wetter konnte ungehindert ins Gebäude dringen. Durch ein im Jahr 2009 durch unseren Verein erarbeitetes Konzept zur sinnvollen Nachnutzung, der Verbindung des seit 2007 bestehenden Eisenbahnmuseums (damals an anderem Standort) und dem Empfangsgebäude, konnte der Kauf des historischen Bauwerkes durch die Gemeinde Kötzschau angeregt werden. Grundvoraussetzung dazu waren die Fördermöglichkeiten durch das "Revita-Programm" des Landes Sachsen-Anhalt. 2010 erfolgte der Kauf durch die Kommune und seit Ende des gleichen Jahres liefen die umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten in mehreren Etappen, die durch Fördergelder des Landes Sachsen-Anhalt, der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH und Eigenmittel der Kommune finanziert wurden. Es wurden entsprechend dem Konzept von 2009 ein neuer Wartebereich mit WCs für die Reisenden des SPNV und das Museum zur Geschichte der Eisenbahnstrecke Leipzig – Großkorbetha - betrieben durch unseren Verein - hier eingerichet. Am 26.April 2014 war der Bau vollendet und mit einem Festakt wurde das Empfangsgebäude durch den Minister für Landesentwicklung und Verkehr in Sachsen-Anhalt Thomas Webel wiedereröffnet.

 

In unserem Museum werden zwei detailreiche und maßstäbliche Modelle des Empfangsgebäudes gezeigt. Eines im Bauzustand in den Jahren vor 1900, sowie innerhalb eines Dioramas des Bahnhofes Kötzschau im Zustand um 1960. Auf unserer Seite Bauarbeiten und Sanierung können Sie den schlechten Zustand des Hauses, sowie die sehr aufwendigen Bauarbeiten zur Reaktivierung in mehreren Bildergalerien nachverfolgen.

Das Empfangsgebäude 2014.

Das Museum hat wieder geöffnet:

Sonntag

25. Juni 2017

14:00 - 18:00 Uhr 

Weitere Öffnungstermine finden Sie hier.

Anreise

Museum zur Geschichte

der Eisenbahnstrecke

Leipzig - Großkorbetha
Am Bahnhof 27
06237 Leuna / OT Kötzschau

Telefon: +49 160 6134529

(Mo-Fr in der Zeit von 18:00 bis 19:30 Uhr)

 

Stündlich erreichbar in den Express-Zügen der ABELLIO Rail Mitteldeutschland GmbH

Die Linien SE15 & RE17

Ab Leipzig Hbf in 22 Min.

Ab Erfurt in 66 Min.

Ab Saalfeld in 94 Min.

 

Anfahrt mit dem PKW

Partner im

Bahn- Bus- Landesnetz

und Träger des Siegels

 

Update: 16.06.2017

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